Donnerstag, 20. Oktober 2011

Mekong Delta

Der nächste Ausflug sollte uns nach Mekong Delta etwas südwestlich von Ho Chi Minh Stadt bringen. Hier wollten wir etwas vom Vietnamesischen Leben am Wasser sehen und eine Übernachtung bei Einheimischen war auch geplant. Aber erst mal der Reihe nach. Der Mekong River ist heutzutage immer noch ein wichtiger Handelspunkt für die Vietnamesen, denn hier treffen sich die Großhändler und kaufen und verkaufen fleißig Ihrer Produkte auf dem Wasser und sichern sich so ihren wichtigen Lebensunterhalt. Leider haben wir davon nicht viel gesehen, denn das große Treiben ist immer so zwischen 6-8 Uhr morgens, aber vielleicht ergibt sich ja noch mal die Chance so was zu sehen.
Weiter ging es dann mit einem kleinen Boot durch enge Flüsse, vorbei an schwimmenden Wohnungen, die mitten auf dem Fluss schwammen, aber mit einem Seil an Land befestigt waren, so dass sie nicht zu weit abtreiben konnten. Direkt unter Ihren Häusern im Wasser hatten die Bewohner ihren Lebensunterhalt, es waren Fische, die sie gefangen hatten und züchteten, bis die Fische groß genug waren um sie zu verkaufen, um so ein wenig Geld zu verdienen. Wirklich spannend zu sehen, mit was für einfachen Mitteln man so viel erreichen und davon leben kann.

Nachdem wir ein wenig umhergefahren sind, legten wir an Land an, und durften sehen, was die Einheimischen aus Kokosnüssen so zaubern, angefangen von irgendwelchen Kokosnussfiguren, Kerzen, Kokosnussöl bis hin zu kleine Leckereien fand man ziemlich alles, was das Herz begehrt. Also war für jeden was dabei. Wir beließen es beim zugucken und gingen dann auch schon schnell weiter um uns ein bisschen mit den Köstlichkeiten der Vietnamesen anzufreunden. Man weiß leider nicht immer was man da zu Essen bekommt, aber alles in allem haben wir es sehr gut vertragen und hinterfragen wollten wir es auch nicht, was genau es sei.
Den Abend ließen wir an unserer Übernachtungsstelle bei den Einheimischen ausklingen, was leider nicht ganz so war, wie wir es uns vorgestellt hatten, da es doch schon sehr touristisch aufgebaut war. Beim Abendessen kam extra eine kleine Gruppe vorbei um etwas Musik zu machen und natürlich um Geld von den Touristen zu bekommen. Wir waren leider ein wenig enttäuscht, weil wir nicht so viel von dem wirklichen Leben zu sehen bekamen, doch wir machten das Beste aus den Möglichkeiten die wir hatten und genossen die Zeit die wir hier auf dem schönen Fleckchen Erde hatten.
Am nächsten Tag ging es für uns nach dem Frühstück wieder weiter, doch diesmal sollte es nicht nach Ho Chi Minh Stadt gehen, sondern wir entschieden uns, von hier aus nach Chau Doc zu fahren um einen Abstecher nach Kambodscha zu machen und die berühmten Tempel von Angkor Wat zu sehen.

Weiter geht’s beim nächsten Mal
Lydia & Viktor

Freitag, 16. September 2011

Ho Chi Minh Stadt und die erste (Folter) Massage in Asien

Nach den beiden Touren die wir gemacht hatten, wollten wir uns jetzt erst mal die Stadt angucken, denn es kann ja nicht sein, dass man sich in der Stadt aufhält und nichts davon sieht. Also beschlossen wir uns eine Karte zu kaufen und uns dann auf eigene Faust zu Fuß in das Getümmel mit vielen Fußgängern, unzähligen Rollerfahrern, etlichen Autos usw. zu stürzen. Erschwerend kam da noch zu, dass man den Bürgersteig nicht betreten konnte, da jeder versuchte etwas zu verkaufen und sich gerade auf dem Bürgersteig das Leben abspielt. 
Da wird z.B. gearbeitet, gesessen, gegessen, Spaß gehabt, auf die Kinder aufgepasst und noch alles Mögliche, was man sich so gar nicht vorstellen kann und deswegen bleibt einem nichts anderes übrig, als die Straße als Bürgersteig zu benutzen und sich da so durchzuschlängeln. Das Phänomen ist, dass wenn man zu Fuß die Straße überquert, man nicht stehen bleiben darf, denn der Verkehr läuft weiter und wenn man tatsächlich stehen bleibt, sind die Rollerfahrer überfordert und wissen nicht, was sie machen oder wie sie reagieren sollen, also immer schön weiter gehen und nicht stehen bleiben. Komischerweise passiert tatsächlich nichts, wenn man sich an die Regeln hält. Nach einer kurzen Überwindung unsererseits, war es dann wirklich einfach, die Straße zu überqueren, wenn man die paar Punkte beachtet hat und Vertrauen in die Rollerfahrer gefasst hat.
Als wir genug hatten von dem ganzen Stress und dem Trubel in so einer Großstadt, beschlossen wir uns jetzt mal was zu gönnen, und zwar eine Massage die 60 Min. dauert, für umgerechnet 4€.
Im Nachhinein hätten wir lieber ein paar Euros mehr bezahlt und hätten was Vernünftiges bekommen, so war es wie eine Foltertortur, es wurde mit den Ellbogen, den Knien, Füßen und was weiß ich sonst noch so alles massiert. Aber aus jeder Erfahrung die man macht, lernt man und weiß sicher was man beim nächsten Mal anders machen sollte.

Es grüßen
Lydia & Viktor

Dienstag, 13. September 2011

Dschungeltrip in Vietnam

Heute starteten wir zu unserem nächsten Trip in den Nam Cat Tien National Park. Nach einer Fahrdauer von knapp 4 Stunden erreichten wir unser Ziel, den Dschungel etwas nordöstlich von Ho Chi Minh Stadt. Hier hatten wir uns abgesprochen, das wir eine kleine Wanderung durch den Dschungel machen, mit anschließender Übernachtung in der Wildnis, in Hütten die auf Stelzen stehen, mit Blick auf einen See wo Krokodile ihr Zuhause haben. 
Auf der ca. 5km langen Wanderung zu den Hütten stoppte unser Führer alle paar Meter und versuchte uns zu erklären, welche Tiere die ganzen Geräusche von sich gaben, nur leider war sein Englisch sehr schlecht, sodass er uns immer die Tierarten auf Vietnamesisch gesagt hat und wir davon nichts, aber auch wirklich nichts verstanden, aber nur der Wille zählte. Angekommen an den Hütten, bekamen wir auch schon unser Zimmer zugewiesen und das Abendessen ließ auch nicht lange auf sich warten. Die Hütten werden ständig von Vietnamesen bewacht und die waren es auch, die für uns den Fisch aus dem besagten Krokodilsee fingen, den wir dann zum Abendbrot serviert bekamen. Die Dämmerung brach herein und als wir mit einer Taschenlampe auf den See leuchteten, sahen wir tatsächlich die grün leuchtenden Augen der Krokodile, die sich immer knapp oberhalb des Wassers aufhielten. Außerdem sah man noch diverse Vogelarten und einige Wasserbüffel die umherstreiften und auf Nahrungssuche waren. 
Am Morgen nach dem Frühstück machten wir uns auch schon auf dem Weg zurück in die Zivilisation, wo unser Fahrer schon auf uns wartete und wir dann den Rückweg in die Stadt antraten, zurück in den stressigen Straßenverkehr, wo tausende von Rollerfahrern, schwer beladen alles möglich transportierten und sich dabei auch noch sehr sicher vorwärts bewegten.

Das war unser kurzer Ausflug in den Vietnamesischen Dschungel
Es grüßen Lydia & Viktor

Donnerstag, 1. September 2011

Herzlich Willkommen in Ho Chi Minh Stadt in Vietnam

So wurden wir in Vietnam in unserem Hostel empfangen, dass wir schon im Voraus in Malaysia gebucht hatten.  Wir waren beide völlig überrascht, dass wir auf Deutsch angesprochen wurden, aber schnell lichtete sich das Blatt. Der Besitzer vom Hostel ist gebürtiger Schweizer, mit Vietnamesischen Hintergrund und vor einigen Jahren nach Vietnam gezogen, um hier zu leben. Gerade hier in Vietnam haben wir gar nicht damit gerechnet, dass hier einer, bei einer Bevölkerung von knapp 87 Millionen Einwohnern, deutsch spricht. 
Aber überrascht wird man ständig und überall, wenn man auf Reisen ist. Das machte natürlich unsere Planung für die nächsten Wochen in Vietnam einfach, da man keine Kommunikationsprobleme hatte, denn Englisch spricht hier auch nur eine Minderheit. Meistens nur da, wo die ganzen Touristen sind, und da wir mehr am kulturellen interessiert sind, wollten wir schon einen etwas anderen Weg gehen, als die meisten Touristen.
Nachdem wir ein bisschen mit unserem Hostelbesitzer gesprochen haben, beschlossen wir beide essen zu gehen und zu sehen, was es hier in Vietnam so zu essen gibt. Wir nahmen das erste Restaurant was wir fanden und setzen uns. Allerdings fühlten wir uns schon ein wenig unwohl, denn das ganze Restaurant war nur mit Einheimischen gefüllt und keiner, wirklich keiner konnte auch nur ein Hauch von Englisch. Aber mit Händen und Füssen konnten wir uns verständigen und so bekamen wir  was zu essen, so wie wir es in Deutschland gewohnt waren, jeder seine eigene Portion und das was er wollte. Damit waren wir eine Attraktion hier im Restaurant und viele Lachten über uns, weil wir uns wohl in deren Augen ganz schön schusselig mit den Stäbchen und dem essen anstellten. Später erfuhren wir vom Hostelbesitzer, das man in Vietnam das Essen, was man bestellt, mit allen Personen am Tisch teilt, und nicht jeder für sich sein Essen bestellt. Aber daraus lernt man und es wurde tatsächlich bei den nächsten Restaurantbesuchen auch besser und man lernt ganz schnell aus solchen Fehltritten, wie man sich in anderen Ländern und Kulturen zu benehmen hat.

Am Morgen beim Frühstück im fünften Stock, auf einem Balkon mit Blick auf die Stadt, besprachen wir mit unserem deutschsprechenden Vietnamesen die Planungen für die nächsten Tage. Am heutigen Tag haben wir uns entschieden, zu dem Platz zu fahren wo die Amerikaner von den Vietnamesen reingelegt wurden. 
Und zwar zu den Củ Chi Tunnelsystem, den die Vietnamesen in mühevoller Arbeit hergerichtet haben. Das enge Tunnelsystem erstreckt sich über drei Etagen bis zu 8 Meter tief, mit vielen Fallen und Verstecken. Viktor passte gerade so in so einen Tunnel rein, denn die Vietnamesen sind von Hause aus, alle ziemlich schmächtig und klein, so dass es für die ein leichtes war, sich darin zu bewegen, was für Viktor und auch für die Amerikaner damals sicherlich harte Arbeit war. Es ist hochinteressant solche Geschichten, die sich abgespielt haben, live zu sehen und so ein wenig über die Geschichte des Landes zu erfahren.
Auf dem Weg nach Hause, hielten wir am Straßenrand an, um uns in einer Hängematte eine Kokosmilch zu gönnen und so über das gesehene zu sprechen. Außerdem ist es ein Schauspiel den Verkehr zu beobachten, wie das alles so ohne Regeln funktioniert. Millionen von Rollerfahrern, wo alles, aber auch wirklich alles mit transportiert wird, und einige Autos die sich dazwischen schlängeln.
Das läuft in Vietnam so ab, dass man immer nur nach vorne schaut und den Verkehr beobachtet. Wenn man abbiegen will, wird erst gehupt, dass die nachfolgenden Verkehrsteilnehmer auch hören, dass er jetzt aufpassen muss. Aber alles in allem, läuft der Verkehr sehr flüssig, weil jeder auf den anderen achtet und die physikalische Grenze, bei den ganzen Verkehrsteilnehmer, sehr schnell erreicht wird, sodass die Geschwindigkeitsbegrenzungen von 60km/h nicht erreicht werden.

Mehr beim nächsten Mal aus Vietnam
Grüße von Lydia & Viktor

Freitag, 19. August 2011

Auf nach Kuala Lumpur

Nachdem alle wieder in den Bus eingestiegen waren, hieß es jetzt weiter zur Grenze von Malaysia zu fahren. Nach einigen Minuten kamen wir an der Malaysischen Grenze auch schon an und jetzt mussten wir mit unserem ganzen Gepäck über die Grenze. Hier wurde wie üblich an der Grenzkontrolle das Gepäck durchleuchtet und die Pässe abgestempelt. Jetzt waren wir offiziell in Malaysia angekommen. Aber immer noch nicht an unserem Ziel, denn das Ziel war Kuala Lumpur und bis dahin war der Weg noch lang. Aber nach weiteren sechs Stunden Busfahrt haben wir in Kuala Lumpur den Busbahnhof erreicht und von hier aus mussten wir uns selbst drum kümmern, wie wir in der Stadt zu unserem Hostel kommen sollten. Am einfachsten wäre es ja, sich in ein Taxi zu setzen und los zu fahren, wir entschieden uns dafür, es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu versuchen und haben uns durchgefragt, wo wir denn hin müssten um unser Ziel zu erreichen. Nach dem Kauf der Tickets warteten wir auf den Zug und da sprach uns ein Malaysier an, der in Russland studiert und jetzt auf Heimaturlaub ist, was wir denn so vorhaben und wo wir hinwollten. Überraschenderweise bot er uns seine Hilfe an und er begleitete uns tatsächlich bis zum Hostel, ohne ihn hätte es sicher viel länger gedauert, das Ziel zu finden. Denn wir mussten ein ganzes Stück laufen, durch diversen Gassen, Chinatown und irgendwelchen Märkten, wo allerhand nutzloser Kram verkauft wird, aber glücklicherweise hatten wir einen, auf den wir uns verlassen konnten.
Durch das lange gehen und durch das Gewicht der Rücksäcke, entschieden wir uns, Sachen die wir nicht mehr benötigen nach Deutschland zu schicken. Daraus ist ein Paket mit 15kg geworden, das sich jetzt auf dem Weg nach Deutschland befindet und hoffentlich schon da ist, wenn wir Deutschland erreichen. Von hier aus hieß es auch mal wieder die Reise weiter zu planen wohin es denn gehen soll. Nach mehreren Überlegungen entschieden wir uns für Vietnam, allerdings ist es nicht so einfach, da man ein Visum vor der Einreise benötigt und keins an der Grenze bekommt. Also die Möglichkeiten durchleuchten die man hat um ein Visum zu bekommen. Durch die weltweite Vernetzung, dank des Internets ging es auch ziemlich schnell, da Vietnam ein sogenanntes E-Visa upon Arrival anbietet. Das heißt, man beantragt das Visum online und bekommt die Bestätigung per Email zugesandt, und mit dieser Bestätigung darf man offiziell in Vietnam einreisen. Nachdem das mit dem Visum geklärt war, hieß es dann, welche Verkehrsverbindung nehmen wir denn um nach Vietnam zu kommen. 
Nach langem hin und her, entschieden wir uns dann wegen der Entfernung, das Flugzeug zu nehmen. Jetzt war unser nächster Reiseschritt geplant und jetzt konnten wir uns ganz entspannt die nächsten zwei Tage in Kuala Lumpur aufhalten ohne weiter planen zu müssen. Das hieß wiederum für uns, dass wir jetzt Zeit haben ein bisschen durch die Stadt zu laufen und uns die Sehenswürdigkeiten anzugucken. Das bekannteste Symbol in Kuala Lumpur ist sicherlich der Petronas Tower, den wir uns bei Nacht anschauten, was schon ein echtes Highlight war. Dann hieß es auch schon Abschied von der Stadt Kuala Lumpur zu nehmen, denn am nächsten Morgen ging unser Flug nach Vietnam, genauer genommen nach Ho Chi Minh Stadt (früher mal Saigon).
Am Abend hatten wir auch unsere Visumsbestätigung erhalten, also hatten wir keine Probleme mehr einzureisen.
Am Morgen, dann ein kurzes Frühstück, wie immer Toast mit Marmelade und ab zum Flughafen, wo das nächste Abenteuer auf uns wartet.

Grüße aus Kuala Lumpur
Lydia & Viktor

Samstag, 13. August 2011

Singapur, mal wieder

Nachdem wir Australien verlassen und Singapur erreicht haben, hieß es erst mal für uns vom Flughafen zum Hostel zu kommen, was sich als gar nicht so einfach darstellte. Da wir nur die Hosteladresse und die Reservation hatten. Aber die freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiter vom Flughafen erklärten uns wie wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unser Ziel erreichen sollten. Gesagt getan, ab in die U-Bahn und schon ging es los. Nachdem wir einige Minuten mit der Bahn gefahren sind, haben wir auch schon unser Ziel erreicht, jetzt hieß es noch knapp zehn Minuten gehen um zum Hostel zu gelangen, was allerdings bei der hohen Luftfeuchtigkeit und den Temperaturen von ca. 30° sehr anstrengend war. Die nächsten zwei Nächte wollten wir in Singapur bleiben und uns in Ruhe auf das Abenteuer Asien vorbereiten, da die Abreise aus Australien ja ziemlich schnell und unerwartet kam und wir somit keine Zeit dafür gefunden haben. Aber es sollte nicht nur beim planen bleiben, sondern ein bisschen Sightseeing und natürlich das probieren vom typischen Essen sollte auch nicht fehlen.
Nach unserer Anfänglichen Planung für unser nächstes Ziel, haben wir uns entschieden erst mal nach Malaysia, genauer genommen nach Kuala Lumpur zu fahren. Also hieß es jetzt das Ticket besorgen um nach Kuala Lumpur zu kommen. Wir entschieden uns mit dem Bus zu fahren, die preisgünstigste Variante und natürlich um so etwas von der Natur und vom Leben zu sehen. Also rüber zu Busstation und gleich zwei One-Way Tickets für die Fahrt gekauft, die auch schon am nächsten Tag beginnen sollte. Nach der erfolgreichen Aktion hieß es mal das Essen in Singapur zu probieren. Dazu gingen wir ein bisschen durch die Stadt und guckten hier und dort nach was Leckerem. Nach einigen hundert Meter fanden wir auch schon einen Food-Court, wo allerdings nur Singapurianer drin saßen und aßen. Das witzige an dem Food-Court war, das es keine Speisekarte gab, sondern man sollte zum Verkaufsstand gehen, wo man was kaufen möchte und sich dann anhand eines Bildes aussuchen, wo das Essen abgebildet ist, was man essen möchte. Also kauft man sozusagen eine „Katze im Sack“, man weiß nicht was drin ist. Aber je mehr man hinterfragt was so im Essen drin sein könnte, desto weniger möchte man es essen, deswegen haben wir es sein gelassen und einfach nur gegessen. Hat übrigens gar nicht so schlecht geschmeckt.
Abends, hatten wir gehört, soll immer eine Laser Show in Marina Bay stattfinden, die sehr schön anzugucken ist, also entschieden wir uns diese Laser Show mal anzuschauen.
Die Lasershow war wirklich schön, bei der Location auch kein Wunder, wie alles ineinander übergeht, der dunkle Himmel, das Wasser und viele verschiedene Farben die das Spektakel vereint hat. Aber leider gehen die schönen Dinge immer viel zu schnell vorbei und so hieß es dann, ab in die U-Bahn und wieder zum Hostel zurück und ein Snack auf dem Rückweg war natürlich auch noch drin, aber mal wieder, nicht fragen, was man bestellt hat.
Am nächsten Morgen hieß es dann, ab zur Busstation und den Bus nach Kuala Lumpur nehmen. Da Singapur ja relativ klein ist, waren wir ziemlich schnell an der Grenze, hier war es nur ein kurzer Zwischenstopp, die Pässe abstempeln lassen und weiter ging’s zur Malaysischen Grenze.

Mehr dazu beim nächsten Mal
Lydia & Viktor

Sonntag, 31. Juli 2011

Alles kommt anders…und vor allem als man denkt!

Fast hätten wir einen Job auf einer Mandarinenfarm in der Tasche gehabt, naja eben nur fast. Nach einer mündlichen Zusage, haben wir uns schon richtig drauf eingestellt und waren richtig guter Dinge, aber leider bekamen wir wenig später doch wieder eine Absage, weil die restlichen Felder sehr schlechte Früchte trugen und die Ernte sehr schlecht ausfiel, tja zu früh gefreut.
Was nun, sollten wir die restliche Zeit einfach nur absitzen und auf ein kleines bisschen Glück hoffen, doch noch einen Job zu finden???
Oder einfach unsere Sachen packen und ab nach Deutschland???
So einfach sich das anhört ist es jedoch nicht, schließlich muss erst das Auto verkauft werden, was einige Wochen oder wiederrum auch nur wenige Tage dauern kann, wer weiß das schon…?
Phillip, einer unserer Farmkollegen aus Cobram, den wir unterwegs trafen, war auch auf dem Weg nach Brisbane und so reisten wir dann gemeinsam die Ostküste hinunter, genossen das tolle Wetter und versuchten währenddessen eine sinnvolle Lösung für unser Problem zu finden. 
Da wir Brisbane Tag für Tag näher kamen und sich somit der große Kreis Australiens langsam aber sicher schloss, hielten wir es für richtig, unsere Autos in der Werkstatt schon mal durchchecken zu lassen, bevor wir sie dann schließlich zum Verkauf anbieten wollten. Gesagt getan, jedes unserer Autos bekam ein Zertifikat ausgehändigt und die Verkaufsaktion konnte damit also starten. Mit gemischten Gefühlen über unsere spontane Entscheidung, inserierten wir unsere Fahrzeuge im Internet, beschrifteten unsere Rückscheiben kreativ mit einem deutlichen 4 SALE, druckten Flyer und verteilten sie in diversen Hostels in Brisbane. Nun hieß es nur noch Abwarten und Tee trinken, vielleicht nur einen Tag, eine Woche, einen Monat oder vielleicht doch länger???
Wir nutzten die Wartezeit sinnvoll und kümmerten uns schon mal um den Lohnsteuerausgleich und anderen wichtigen Dingen, damit wir jederzeit aufbrechen konnten, sobald das Auto verkauft war.
Überraschenderweise stand das Glück dieses Mal ganz auf unserer Seite, denn nur zwei Tage später meldete sich kein Backpacker, wie wir eigentlich erwartet haben, sondern ein älterer Australier, dem unsere Aufschrift an der Rückscheibe aufgefallen ist und in ihm das Interesse geweckt hat. 
Nachdem sich unser kritischer Interessent das Auto von unten, oben und allen Seiten angesehen hat, versicherte er uns nach einer ausgiebigen Probefahrt, das Auto schon am nächsten Tag zu kaufen. Damit hatten wir nicht gerechnet, vor allem ging es uns jetzt viel zu schnell von statten und schon allein der Gedanke, sich von unserem gemütlichen und zuverlässigen Zuhause zu trennen, verursachte ein ungutes und trauriges Gefühl. Neun Monate, war dies unser vertrautes Heim auf Rädern von dem wir uns jetzt wohl oder übel trennen mussten, da ging kein Weg dran vorbei.
Schweren Herzens packten wir unsere sieben Sachen die wir in unsere Rucksäcke verstauten und verabschiedeten uns vom restlichen Hab und Gut, welches sich während der Zeit langsam angesammelt hatte. Am nächsten Morgen ging alles blitz schnell und wenig später sahen wir unser geliebtes Auto auch schon für immer davon fahren…
Ade schönes Zuhause, ade vertrautes Heim, nun sind uns nur noch wundervolle Erinnerungen geblieben die uns an die tolle Zeit mit dir in Australien zurück denken lassen werden.

Nun standen wir also da, heimatlos und verlassen auf den Straßen Australiens, schneller als uns eigentlich lieb war! Doch das änderte sich in binnen weniger Stunden nachdem wir unser Rückflugticket eingelöst haben und nur wenige Tage später Richtung Singapur geflogen sind, wo wir uns ganz ohne Plan und spontan ins nächste Abenteuer stürzten, welches wir ASIEN nennen…

Auf Wiedersehen Australien sagen
Lydia und Viktor

Donnerstag, 21. Juli 2011

Das Great Barrier Reef

Da das Northern Territory zu einem der kleinsten Bundesstaaten Australiens gehört und wir die Hauptattraktion und das Herz Australiens, den Weltberühmten Ayers Rock schon Wochen vorher erkundet haben, hielt uns also nichts weiter davon ab, uns weiter in den östlichen Teil Australiens zu bewegen. Die Fahrt bis nach Cairns hoch, hat uns einige furchtbar langweilige Tage und Fahrtzeiten gekostet, da es unterwegs außer paar kleineren Städtchen und Dörfchen nichts weiter zu sehen gab, schien es als wäre unser Ziel unerreichbar weit entfernt. Doch auch diese 2850 km nahmen irgendwann zum Glück ein Ende und so erreichten wir eine Woche später endlich Cairns, die Stadt am schönen Great Barrier Reef gelegen.
Weniger waren wir an der Stadt interessiert, als auf das Wiedersehen mit Thomas, der Monate zuvor mit uns in St. George auf dem Zwiebelfeld gearbeitet hat. Bei einem gemeinsamen Frühstück unter freiem Himmel, genossen wir das Beisammensein und hatten uns natürlich so einiges zu erzählen und auszutauschen. Den ganzen Tag genossen wir das wunderschöne Wetter direkt am Wasser, worin das schwimmen jedoch wegen der tödlichen Quallen, die sich Zurzeit zu nah am Ufer bewegen, nicht unbedingt empfehlenswert war. Stattdessen hatten wir die Möglichkeit uns im Swimmingpool etwas abzukühlen, was auf jeden Fall auch sicherer war. Nach dem Abendessen, welches Thomas uns höchst persönlich zubereitete, verabschiedeten wir uns von ihm und auch von Cairns und machten uns wieder auf den Weg, die Ostküste hinunter. Vorbei am zerstörten Städtchen Tully, wo vor wenigen Monaten erst ein heftiger Zyklon übers Land gefegt ist und Häuser, Wälder, zig Bananenfelder und vieles mehr im Nu zunichte gemacht hat. Diese Spuren der Verwüstung sind immer noch sehr deutlich zu erkennen und lassen nur erahnen wie heftig es gewesen sein muss und das es sicher noch etwas Zeit brauchen wird bis sich Mensch und Natur von dieser Art Katastrophe einigermaßen erholt haben. Natürlich macht sich so etwas auch bei der Jobsuche ganz stark bemerkbar, wie wir leider mal wieder feststellen mussten. Viele Felder sind zerstört und die Ernte sehr schlecht, was am Ende im Supermarkt sichtbar und im Portmonee auch deutlich spürbar ist. Für einen Kilogramm Tomaten zahlt man inzwischen über zehn Dollar, Bananen bekommt man auch erst ab dreizehn Dollar das Kilogramm und aufwärts. Bei den königlichen Preisen, überlegt man sich dann schon dreimal ob man sich all die Dinge kauft oder freiwillig drauf verzichtet.

Trotz der ernsten aber dennoch nicht hoffnungslosen Lage, schlängelten wir uns ganz gemütlich am wunderschönen Great Barrier Reef hinunter, welches sich mit einer Länge von mehr als 2000 km entlang der Ostküste erstreckt und hielten dabei alle Ohren und Augen offen, was die Jobangebote betraf. Hauptsächlich vertrieben wir uns die Zeit an Stränden und National Parks, die direkt auf dem Weg lagen, sowie zum Beispiel Airlie Beach, von wo aus wir mit einem Boot, hinaus zu den Whitsunday Inseln geschippert sind.
Ein Traum wie aus dem Reisekatalog, welchen wir jedoch erst einmal nur von einer Plattform aus bestaunen durften, bevor wir ihn endlich wahr werden lassen konnten. Wie im Paradies schlichen wir durch den feinen, schneeweißen Sandstrand, genossen das super schöne Wetter bei einem lecker BBQ und kühlten uns im klaren, türkisblauen Wasser ab, bevor wir ins Great Barrier Reef abtauchten, um die Vielzahl der kunterbunten Fischen beim Schnorcheln zu beobachten, die so unglaublich greifbar nah um uns rum schwammen.

Grüße aus dem Great Barrier Reef
Lydia & Viktor

Montag, 11. Juli 2011

Lebe wohl schöner Westen…ab in den tropischen Norden

...doch bevor wir den Westen endgültig hinter uns ließen, hatten wir noch einige Kilometer vor uns in denen wir tolle Eindrücke und atemberaubende Momente sammeln konnten, wie zum Beispiel den Sonnenuntergang in Broome, der einfach nur traumhaft schön war...oder auch nur einfach das durchqueren der kleinen Dörfchen und Städtchen in denen die Ureinwohner Australiens verstärkt zu finden waren, waren super interessant.
Natürlich gab es noch eine ganze Menge anderer wunderschöner Dinge, die man sich im Landesinneren hätte ansehen können, National Parks, Berge, Flüsse und Wüsten, doch ohne ein Allrad-Fahrzeug war dies für uns nicht möglich. Unser Auto war dafür absolut nicht geschaffen und von daher kam es für uns nicht weiter in Frage, sich auf unbefestigten Straßen ins Landesinnere zu bewegen, obwohl der Reiz natürlich da war, aber was soll‘s man kann nicht alles haben und wir hatten ja noch einiges vor uns, was auch ganz interessant werden sollte. So fuhren wir also lieber auf den befestigten und für unser Auto, wesentlich sichereren Straßen langsam Richtung Norden.

Darwin die größte Stadt im tropischen Northern Territory erreichten wir einige Tage später, nachdem wir kurz vorher einen Ausflug in den Litchfield National Park gemacht haben, der uns mit seinen lauschigen Wasserfällen und toller Natur total fasziniert hat. Zur Abkühlung gönnten wir uns einen Sprung ins kühle Wasser, aber natürlich nur dort wo es ausdrücklich erlaubt war, ansonsten bestand die große Gefahr, den nicht so freundlichen und sehr hungrigen Krokodilen zum Opfer zu fallen, das wollten wir auf jeden Fall vermeiden. Nachdem wir uns auch in Darwin etwas umgesehen hatten, ging es am nächsten Tag in den Kakadu National Park, wo wir vom Boot aus Krokodile in den sumpfigen Flüssen während einer Fütterung beobachten konnten. 
Eine wahnsinnige Show, wie sich die bis zu 6 m großen Tiere blitzschnell aus dem Wasser hieven können, um sich das Futter aus ca. drei Meter Höhe zu schnappen. Hunderttausende von diesen gefährlichen Genossen, leben allein schon in den Gewässern des tropischen Nordens, sowohl Salz als auch Süß Wasser Krokodile. Aus diesem Grund ist das Sonnenbaden auch an der Küste mit höchster Vorsicht zu genießen und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, was uns während dieser Vorstellung absolut deutlich und klar gemacht wurde.
Vorsichtshalber verzogen wir uns wieder recht schnell aus dem Gebiet der hungrigen Krokodile, bevor wir am Ende doch als Leckerbissen der grässlichen Tiere enden würden…

Es grüßen euch die am Leben gebliebenen
Lydia und Viktor

Dienstag, 5. Juli 2011

Die geheimnisvolle und sagenhafte Unterwasserwelt…

…Sharks Bay, wie der Name schon sagt, ist ein Zuhause von Tausenden von Haien und natürlich auch diversen anderen Fischen. Vom Bootssteg aus waren wir gerade dabei ins klare Wasser zu blicken und dabei die verschiedensten Fischarten zu beobachteten, während sich dem Strand langsam ein paar graue Finnen näherten…richtig, Delphine waren auf dem Weg zum Ufer von Monkey Mia, wo sie täglich und pünktlich zur Fütterung erscheinen. 
Schnell eilten wir vom Bootssteg Richtung Strand, um uns das ganze Schauspiel etwas genauer ansehen zu können. Knöcheltief standen wir wenig später auch schon im Wasser und konnten die Delphine nun aus nächster Nähe beobachten. Nach einer kleinen Informationsrede durften schließlich einige der ausgewählten Besucher die Fütterung der Wilden Delphine vornehmen, Viktor gehörte allerdings auch zu den Glücklichen. Nachdem die Fütterung abgeschlossen war, verbrachten wir den Rest des Tages am Strand und genossen einfach nur das wunderschöne Wetter des Westens Australiens, bevor wir uns weiter gen Norden bewegten.
Ganz nach Belieben hielten wir dann und wann, um sich von den ständig langen Autofahrten ein wenig zu erholen und ließen uns die Sonne, die uns geradezu einlud, an den schönsten Stränden ein wenig auf den Pelz scheinen…bei jedem zurückgelegten Kilometer, kamen wir dem nächst spannendem Abenteuer immer ein Stückchen näher.
In Exmouth unserem nächsten Ziel, sind wir mit einer Bootstour auf den Indischen Ozean hinausgefahren und konnten dort ins atemberaubende und vielfältige Ningaloo Reef abgetaucht, wo uns eine unheimliche Anzahl von Fischen und Korallen das bunte Leben unter Wasser präsentierten.
Total fasziniert und beeindruckt stiegen wir nach einer Weile zurück ins Boot, um die eigentliche Tour nun starten zu können…da wir uns mit den kleineren Fischen sehr gut vertragen und uns recht schnell angefreundet haben, war es nun an der Zeit sich den etwas größeren Genossen zu näher, was wir nach einer kleinen Sicherheitsunterweisung auch schließlich taten.
Unser Gruppenführer sprang ins Wasser, nachdem er vom Kapitän das OK bekam und schwamm ein paar Meter raus, als wir das vereinbarte Zeichen seiner hocherhobenen Faust erblickten, sprangen wir ebenso ins kühle Nass und folgten ihm…
Ausgerüstet mit unseren Schnorchel Sachen näherten wir uns ihm Meter für Meter und blickten dabei ganz konzentriert in den tief blauen Ozean um etwas entdecken zu können…ja und tatsächlich, kam uns doch wirklich plötzlich was gigantisch Großes entgegen geschwommen, etwas wovon wir nie zuvor gehört, geschweige denn so Hautnah gesehen haben…ein Walhai !!!
Die Planktonfresser können bis zu 18 Meter lang werden, haben ein Maul von über einem Meter, welches mit über 1000 Zähnen in 300 Reihen ausgestattet ist. Der erste Moment der Begegnung, recht unheimlich und  vorsichtig, doch nachdem wir am Ende des Tages mit drei der riesigen, tonnenschweren Geschossen geschwommen sind, hat sich die Stimmung sehr schnell aufgelockert und wir hatten eine Menge Spaß mit den wahnsinnig großen Fischen zu planschen.

Nasse Grüße schicken
Lydia und Viktor

Donnerstag, 30. Juni 2011

Der weite Westen und die Schönheit der Natur

Im Nambung National Park, der 260 km nördlich von Perth zu erreichen ist, konnten wir die spektakuläre Ansammlung von bis zu 5 m hohen Kalksteinsäulen, die sogenannten Pinnacles besichtigen. Entlang des 5 km langen Rundweges durch den Säulenwald, fuhren wir mit unserem gelben Flitzer durch die Wüste und konnten dabei die verschiedensten Formen und Größen der Pinnacles begutachten, was absolut sehenswert war!

In Geraldton, der nächst größeren Stadt nördlich von Perth, nutzten wir die Möglichkeit wieder direkt an der Küste weiter zu fahren und konnten dabei den tiefen Ozean immer gut im Auge behalten. Bei tollen Aussichten, wie tiefe Schluchten und steilen Felsen, konnten wir einfach ganz spontan anhalten, um jeden dieser wunderschönen Augenblicke in vollen Zügen genießen zu können.
Ein weiteres Highlight der Kalbarri National Park, den wir zwar erst nach 25 km auf einer unbefestigten Straße erreichten, worüber wir sehr froh waren, denn schon nach den ersten Metern, waren wir uns nicht sicher ob unser Flitzer das durchhalten würde. Eine Stunde kostete uns die heikle Fahrt mit Geschepper und Getöse im ganzen Wagen, bei dem wir uns unmöglich unterhalten konnten und uns gar nicht mal so sicher waren, ob wir das Ziel erreichen würden, ohne dabei Einzelteile unseres Fahrzeugs zu verlieren. Naja, auf jeden Fall sind wir gut angekommen und anhand der Fotos könnt ihr sehen, dass sich diese Rumpel Fahrt wirklich gelohnt hat…obwohl wir uns sofort einig waren, in ferner Zukunft nur noch befestigte Straßen zu befahren.

Also dann, bis demnächst
Lydia und Viktor  

Sonntag, 26. Juni 2011

Unsere Reise durch den weiten Westen

Mit einer Fläche von über 2,5 Mio. km² nimmt der Bundesstaat Western Australia etwa ein Drittel der Landmasse des Kontinents ein. Allerdings leben nur gerade 1,9 Mio. Menschen – also ein Zehntel der Gesamtbevölkerung in diesem Landesteil Australiens. Auf Grund dieser enorm großen Fläche hat es uns ewig lange Fahrten gekostet, um von A nach B zu kommen und dabei den schönen Westen erforschen zu können, was sich aber auf jeden Fall gelohnt hat und wovon wir euch nun etwas berichten können…

Entlang der längsten geraden Strecke Australiens, die uns 90 Meilen schnurstracks Berg auf und Berg ab führte, ohne auch nur einen einzigen Schlenker dabei zu machen, kamen wir unserem ersten Ziel dem Wave Rock immer näher. Ein imposantes 2 Mio. Jahre altes Felsgebilde in Form einer 15 m hohen Welle, etwa 350 km südöstlich von Perth gelegen. Geformt wurde die Riesenwoge von Wind und Wetter, Hitze, Frösten und herabstürzenden Regenfluten, die das seltsame Streifenmuster hinterließen. Da der Felsen im Licht der Vormittagssonne besonders gut zur Geltung kommt, waren wir natürlich auch zeitig da, nur leider hatte die Sonne an diesem Morgen scheinbar was Besseres vor, auf jeden Fall ließ sie sich nicht wirklich blicken und so mussten wir also mit dem bewölktem Himmel vorlieb nehmen. Dennoch war es ein sagenhafter Anblick und ein echtes Wunder der Natur, welches wir nun in voller Größe direkt vor uns stehen hatten.
Nur wenige Meter vom Wave Rock entfernt, haben wir uns eine weitere Steinformation ansehen können, die einem gähnenden Nilpferd sehr ähnlich sieht und deswegen auch den Namen Yawning Hippo trägt. Nach einem flüchtigen Blick in das weit aufgerissene Maul, gab es jedoch nichts weiter zu entdecken und so machten wir uns wenig später auch schon wieder auf den Weg nach Perth. Bevor wir jedoch Perth erreichten, fiel uns die Walsaison ein und die Gelegenheit einen Wal vom Land aus beobachten zu können, schien uns wie gerufen. Also fuhren wir erst bis nach Augusta runter, ca. 300 km südlich von Perth entfernt und dann die Küstenstrecke wieder hinauf und hofften dabei einen der riesen Fische entdecken zu können. Obwohl wir leider kein Glück hatten, gab es dennoch super Aussichten, die die Strecke nicht absolut sinnlos erscheinen ließen. Angekommen in Perth, gönnten wir uns die bisher absolut kälteste und somit auch kürzeste Dusche, bevor wir uns die moderne Hauptstadt von Western Australia ansehen wollten. Eine niedliche Stadt direkt am Swan River gelegen, mit 1,2 Mio. Einwohnern also auch relativ übersichtlich. Vom Botanischen Garten aus, hatten wir den absolut tollen Ausblick auf die Stadt und konnten diesen Moment bei Sonnenschein genießen. Da wir beide aber nicht die geborenen Stadtmenschen sind und immer nur so kurz wie möglich und nur so lang wie nötig in den Städten verweilen, ging die Reise für uns auch schon nach einigen Stunden wieder weiter, wovon wir euch demnächst berichten werden…

Es grüßen aus dem Westen
Lydia und Viktor

Mittwoch, 22. Juni 2011

Voller Freude dem Ziel entgegen

Knappe 1000 km hatten wir jetzt noch vor uns bevor wir den westlichen Teil Australiens erreichen würden. Die Hoffnung, dass dort das Wetter viel sonniger und wärmer ist, stieg bei jedem zurückgelegten Kilometer deutlich an. Die Wolken verschwanden allmählich und der Himmel klarte auf, sodass wir uns schon wenig später kurze Sachen anziehen mussten.
Nach über zwei Wochen kaltem Herbst und dicken Pullovern, endlich wieder ein wenig Sonne auf der Haut zu spüren, einer der schönsten Augenblicke, den wir wirklich in vollen Zügen genossen. Kleine bunte Blüten dicht am Straßenrand, weckten in uns erneut das Gefühl des Sommers und ließen uns den kalten Herbst im Süden sehr schnell vergessen. Voller Vorfreude fuhren wir dem Westen entgegen, obwohl die Strecke absolut langweilig war und die Distanzen von Dorf zu Dorf immer größer wurden. An der Westaustralischen Grenze angekommen, mussten wir genau wie in Tasmanien auch, all unsere  Lebensmittel die Pest und Seuchen übertragen könnten da lassen, um in das Bundesland sauber und rein einreisen zu können. Also haben wir uns direkt auf dem Grenzübergang entschieden uns erst was Leckeres zu kochen, um nicht alles weg schmeißen zu müssen. Leider mussten wir paar Zwiebeln opfern da wir die nicht alle essen wollten, das war es uns dann doch nicht wert…tränengerührt in den Westen einzureisen…?!

Satte Grüße
Lydia und Viktor

Montag, 20. Juni 2011

Wiedersehen macht Freude

In Kimba dem winzig kleinen Dörfchen, das direkt auf der Halben Strecke zwischen Ost und West zu finden ist, wurden wir von den zwei Estländern ganz herzlich aufgenommen, die uns sogar ein Wasserbett für die Nacht zur Verfügung gestellt hatten. Die beiden waren schon seit über drei Monaten am Arbeiten und haben sich als Unterkunft für die Zeit, mit zwei weiteren Arbeitskollegen ein Häuschen gemietet. Für uns war es natürlich wie ein Paradies, auch wenn nur für ein paar Stunden, im Haus zu wohnen und eine Küche und Badezimmer nutzen zu können…es fühlte sich auf Anhieb sehr Vertraut an. Doch wir waren ja nur auf dem Sprung da und wollten am nächsten Tag auch schon wieder weiter, also genossen wir den Abend bei einem gemeinsamen Abendessen und hatten uns dabei eine ganze Menge zu erzählen. Erinnerungen an St. George und gemeinsame Erlebnisse in der Vergangenheit, sowie bereits zurückgelegte Kilometer durch Australien und Zukunftspläne, ließen den Abend viel zu schnell vorüber gehen.

Liebe Grüße von den Reisenden
Lydia und Viktor

Samstag, 18. Juni 2011

Hey, ab in den Westen, der Sonne hinterher… la la la la… der Sonne hinterher

Endlich konnten wir den kalt, bewölkten Süden hinter uns lassen und machten uns so schnell wie nur  möglich auf den langen Weg der nun vor uns lag, um der Sonne jeden Tag ein Stückchen näher zu kommen.
Da wir die Strecke bis nach Adelaide schon vor Wochen erkundet hatten, als wir unsere Tour durchs Outback gemacht haben, konnte wir nun komplett durchfahren, ohne viel Zeit dafür verschwenden zu müssen, was uns auch sehr gelegen kam, da das Wetter im Vergleich zum letzten Mal viel regnerischer war und wir absolut keine Lust hatten durch das kühle Nass zu rennen.
84 km südlich von Adelaide jedoch, beschlossen wir kurzfristig Halt zu machen, um eine Stadt mit einem ganz besonders interessanten Namen, etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Victor Harbor, so heißt das nette Städtchen direkt am Ozean gelegen, an welchem wir vor lauter Neugier unbedingt Halt machen mussten. Auf der kleinen Granite Insel, die man über eine Holzbrücke zu Fuß oder mit einer alten historischen Pferdebahn erreichen kann, fühlen sich rund 2000 der winzig kleinen Pinguine zuhause, die man bei Dämmerung an Land watscheln sehen kann. Auch Wale und Delphine werden hier an der Küste des Öfteren gesichtet und sind einer der Hauptgründe des vielen Tourismus. Da wir uns hier jedoch nicht allzu lange aufhalten wollten, vertraten wir uns nur ein wenig die Beine, beim Rundgang auf der Insel und haben dabei tatsächlich Delphine sehen können, bevor wir wieder weiter fuhren, um Freunde aus St. George in Kimba wieder zu sehen.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Glück im Unglück…

Nachdem unsere Gäste abgereist sind und wir uns endgültig von Melbourne und dem kühlen Herbst und kurz bevorstehendem Winter im Süden verabschieden konnten, mussten wir uns leider noch einige Tage gedulden.
Da unser Wagen auf die Anschrift des Auto Verkäufers angemeldet ist, schickt dieser uns die Post immer genau dorthin, wo wir uns gerade befinden, was bisher immer gut geklappt hat.
Dieses Mal sollte ein ganz wichtiger Brief mit der Registrierungsplakette unseres Fahrzeugs, schon vor über zwei Wochen in Melbourne angekommen sein. Ohne den Brief, indem der Sticker für die Frontscheibe enthalten ist, hat unser Auto keine weitere Fahrerlaubnis und ist auf Australiens Straßen nicht versichert. Nach unzähligen Versuchen machte sich Viktor erneut auf den Weg zur Post, um nachzusehen ob endlich was angekommen ist. Mit einem strahlenden Gesicht kam er mit Vier Briefen in der Hand zurück. Zum großen Glück war der langersehnte Brief dabei, den der Postbote scheinbar von Brisbane nach Melbourne zu Fuß transportiert haben muss…da sogar Briefe nach Deutschland viel schneller ankommen!!!
Als wir grade so richtig dabei waren uns zu freuen, dass unsere Reise jetzt endlich wieder weiter gehen konnte, veränderten sich unsere Gesichtszüge jedoch plötzlich von null auf hundert, als wir ganz geschockt zwei Strafzettel wegen überhöhter Geschwindigkeit in den Händen hielten, die uns unverschämt viel Geld kosten sollten.
Einmal 90 Dollar bei gerade Mal 7 km/h zu schnell und 149 Dollar bei 8 km/h zu schnell, da waren wir aber sehr gut zufrieden, das könnt ihr euch ja wohl denken. Auf Australischen Straßen ist nun mal nicht zu spaßen, soviel steht jetzt ein für alle Mal fest!!!
Wiederwillig beglichen wir unseren Schuldenberg, den wir zum großen Glück wie wir feststellen mussten, noch zeitig per Post erhalten hatten, denn nur einen Tag später wäre die Zahlfrist schon  abgelaufen und es hätte uns mal locker 400 Dollar extra gekostet.

Tja, das nennt man dann wohl Glück im Unglück…gell ;-)

Dienstag, 14. Juni 2011

Die letzten gemeinsamen Urlaubstage in Australien

Zurück in Melbourne, blieben uns nur noch wenige Tage, wie wir ganz verblüfft feststellen mussten und da bisher nicht jeder unserer Gäste ein Känguru zu Gesicht bekommen hatte, war es nun an der Zeit sich auf die Suche zu machen. Schließich und endlich kann man ja nicht in Australien Urlaub gemacht haben, ohne auch nur eins der typischen Beuteltiere gesehen zu haben. 
Also machten wir uns auf den Weg zum 200 km südöstlich von Melbourne entfernten Wilsons Promontory National Park, denn dort waren wir uns ziemlich sicher, würden wir in der freien Wildnis sicherlich irgendwo welche entdecken können. Genau so war es dann auch, nein sogar noch viel besser, denn schon auf dem Weg dorthin kamen uns Emus auf der Straße entgegen spaziert und eine Menge von Kängurus die sich beim Grasen nicht weiter stören ließen, konnten wir aus nächster Nähe beobachten. Zu guter Letzt hatten wir sogar noch das große Glück Wombats, die wir bisher nur versteckt in Büschen oder Höhlen gesehen hatten, auf der freien Wiese so unglaublich nah zu erleben, wie nie zuvor. Ein absolut gelungener Ausflug in die Wildnis, mit mehr Erfolg als erwartet, hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Den kommenden Tag machten wir in Phillip Island Halt, die Insel die nur 140 km von Melbourne entfernt liegt und über eine Brücke zu erreichen ist, hat abgesehen von den tollen Stränden eine weitere, ganz besondere Attraktion zu bieten. Jeden Abend kann man hier die kleinen Fairy-Pinguine dabei beobachten, wie sie Scharenweise aus dem Ozean an Land springen und zu ihren Bruthöhlen watscheln. 
Ein absolut sehenswertes Schauspiel, das wir gemeinsam erleben durften. Leider war das Fotografieren dieser 30 cm kleinen Watschel-Kreaturen strengstens verboten, aber wir haben natürlich einige Bilder ganz still und heimlich knipsen können, um euch auch an diesem faszinierendem Erlebnis teilhaben lassen zu können.
Mit Shoppen und einer Rundfahrt durch Melbournes City, verbrachten wir den letzten gemeinsamen Urlaubstag, bevor für unsere Lieben in wenigen Stunden der Rückflug nach Deutschland anstand.

Trotz des kühlen Wetters hatten wir eine ganz tolle Zeit, die leider viel zu schnell vorbei war. Lange Abende die wir mit ganz viel lachen und Domino spielen verbrachten, werden wir in Zukunft sicherlich vermissen und gern an die schöne Zeit zurück denken. Unvergessliche Erlebnisse und Eindrücke haben wir hier zusammen erleben können, die garantiert für immer in toller Erinnerung bleiben werden...

Doch nun hieß es für uns zum allerletzten Mal ABSCHIED nehmen… 
bevor für uns beide die Reise durch Australien weiter gehen konnte.

PS:
Vielen, vielen lieben Dank an dieser Stelle nochmals, an all unsere Besucher die sich den weiten Weg hierher ans andere Ende der Welt gemacht haben, um mit uns das große Land zu bereisen.
Jede dieser Reiseroute hatte was ganz besonderes und spezielles und es hat uns eine Menge Spaß gemacht euch, wenn auch nur einen kleinen Teil des unendlich weiten Landes und der Vielfältigkeit zu zeigen. Danke auch dafür, dass ihr euch unserem recht einfachem Zigeuner Leben auf Rädern angepasst habt und alles wunderbar und stressfrei geklappt hat. Es gab so viele Dinge, die wir gemeinsam sehen und erleben konnten, die ohne euch sicherlich nur halb so schön gewesen wären.

DANKE für die wundervolle Zeit…

Lydia und Viktor

Samstag, 11. Juni 2011

Tasmanien

Das war knapp, nur wenige Minuten später und die Autofähre wäre ohne uns abgedampft, denn für die eigentlich 20 minütige Strecke, haben wir durch den Feierabendverkehr fast die doppelte Zeit gebraucht, aber zum großen Glück ist es nochmal gut gegangen. Nach der Passkontrolle und dem Hinweis, dass man keine Gemüse, Obst oder Fleischprodukte mit nach Tasmanien führen darf, parkten wir unsere Autos ein und ließen uns endlich in die bequemen Sessel fallen, in denen wir die nächsten elf Stunden schlafend verbrachten. Morgens um 6.30 Uhr erreichten wir Devonport und konnten die Fähre wenig später mit unseren Fahrzeugen verlassen. Wir schlängelten uns durch die Lebensmittel Kontrolle, vorbei an den Spürhunden, die Alarm schlugen sobald verbotene Lebensmittel mit sich geführt wurden. Viktor musste den Hunden zur liebe, paar Zwiebeln und einen Salatkopf opfern, doch danach konnten wir auch schon weiter ziehen. Das wir noch andere Köstlichkeiten mit uns führten, die wir gut versteckt hatten, ist sonst keinem aufgefallen.
Nach einem deftigen Frühstück mit Schinken und Ei, begann für uns der erste von vier Tagen, die wir im kleinsten und kühlsten Bundesstaat Australiens verbringen wollten, um einen Hauch der unberührten Wildnis zu erforschen. Fast ein Drittel Tasmaniens ist geschützte Wildnis in denen zackige Felsgipfel, riesige Farne, moosüberwachsene Urwälder, Wildbäche, Seen und versteckte Strände zu finden sind. Schon während der Fahrt zum Freycinet Nationalpark ergaben sich für uns die ersten Möglichkeiten, an wunderschönen Aussichtspunkten zu halten, an denen wir die beeindruckende Natur bewunderten und uns von den traumhaft schönen Anblicken inspirieren ließen. Im Nationalpark angekommen, vertraten wir uns am See ein wenig die Beine und suchten uns wenig später einen Schlafplatz, da es schon sehr früh dunkel wurde. 
Während wir uns auf die Suche machten, haben Eddy und Viktor sogar die ersten Kängurus entdeckt, doch als wir Mädels soweit waren, waren sie auch schon schnell verschwunden. Nur wenige Meter entfernt vom See, beschlossen wir den jungen aber sehr kühlen Abend bei einem Lagerfeuer und gemütlicher Stimmung zu genießen, bevor die Nacht einbrach. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Hobart der Hauptstadt Tasmaniens, die inmitten von Flüssen und Bergen besonders toll anzuschauen ist. Hier verbrachten wir einige Zeit im Hafenteil der Stadt und im Botanischen Garten, bevor wir unsere Reiseroute wieder fortsetzten. Weiter ging es Richtung Tahune Forest Reserve, den wir allerdings erst am nächsten Tag besuchen konnten, da wir schon späten Nachmittag hatten und die Dämmerung nicht lange auf sich warten ließ. Zur Feier des Tages gönnten wir uns ein ordentliches BBQ, denn an diesem Tag hatten wir Muttertag und schließlich gibt es viele Gründe unseren lieben Müttern gegenüber Dankbar zu sein. Also bekam Mama einen Abwaschfreien Abend von uns Kindern und den restlichen Abend verbrachten wir hauptsächlich mit Domino spielen, wobei wir eine Menge Spaß hatten…die Gewinner zumindest!!!
Im Tahune Forest Reserve nahmen wir uns am nächsten Morgen eine Wanderung vor, die uns durch den Dichtbewaldeten Urwald entlang am Fluss, über wackelige Hängebrücken an den mächtigen Bäumen vorbei führte und uns während dessen einen sehr guten Einblick in die unberührte Wildnis verschaffte. Außerdem nutzten wir einen weiteren Wanderweg, den so genannten „Airwalk“ der uns in 20m Höhe, 597m vorbei an den Baumspitzen führte, von wo aus wir einen absolut genialen Ausblick hatten und die unendliche Weite des Waldes erst so richtig zur Geltung kam.
Nach einem fruchtigen Wassermelonen Snack, die wir heimlich durchgeschmuggelt hatten, machten wir uns langsam wieder auf die Rückreise, denn schon am nächsten Abend mussten wir zeitig die Fähre erwischen, die uns zurück nach Melbourne bringen sollte.
Obwohl die Insel im Vergleich zu Australiens Festland sehr klein ist, etwa so groß wie Bayern, beanspruchten auch hier die Autofahrten eine Menge Zeit, um an die gewünschten Orte zu kommen.
Deshalb waren die vier Tage leider viel zu kurz, um sich noch weitere Dinge ansehen zu können, doch immerhin haben wir einen winzig kleinen Teil der Insel bereisen können und die beeindruckende Natur, trotz des sehr kühlen Wetters ein wenig näher erforschen können.

Die Fähre haben wir dieses Mal übrigens ÜBERPÜNKTLICH erreicht, sodass wir sogar noch eine Stunde anstehen mussten…

Fortsetzung folgt…in wenigen Tagen

Mittwoch, 8. Juni 2011

Der letzte Besuch aus Deutschland

Am Montag den 2. Mai, noch bevor die Sonne aufging, waren wir schon auf dem Weg zum Flughafen, um dort unsere Gäste pünktlich abzuholen. Unglaublich, aber nach langem hin und her ist es nun auch Mama und Eddy gelungen die lange Reise nach Australien zu wagen. Dieses haben wir allerdings einer ganz bestimmten Person zu verdanken, nämlich Mamas Freundin die übrigens auch Lydia heißt und sich die Zeit genommen hat, die beiden zu begleiten und sicher ans Ziel zu bringen.
Endlich sind nun auch die letzten Familienmitglieder am anderen Ende der Welt eingetroffen, um mit uns ein paar wunderschöne Tage verbringen zu können. Das langersehnte und freudige Wiedersehen war nun endlich Wirklichkeit und die nächsten 12 Tage in denen wir gemeinsam durch das große Land reisen würden, gehörten uns.
In einem kleinen Mietwagen, mit dem unsere Gäste erst mal Vorlieb nehmen mussten, machten wir uns wenig später auf den Weg zurück ins Zentrum Melbournes. Nach einer erfrischenden Dusche und einem leckeren Frühstück unter freiem Himmel, fuhren wir wie abgesprochen den Camper-Van abholen. Hier erwartete uns jedoch eine böse Überraschung, denn unser gemietetes Fahrzeug und gleichzeitig fahrbare Unterkunft, war nicht im besten Zustand zurückgegeben worden und kam für uns nicht mehr in Frage, da die Schlafmöglichkeit oben auf dem Dach gar nicht mehr nutzbar war. Zum großen Pech, gab es auch keine weiteren Fahrzeuge die mit drei Schlafplätzen ausgestattet waren und auch nur annähernd in Betracht genommen werden konnten. Nun standen wir also da, bereit für das Abenteuer, doch ohne Auto würden wir nicht weit kommen, soviel stand fest! 
Vergeblich wurde für uns nach Alternativen und Kompromissen gesucht und nach einigen Stunden, in denen wir uns die Zeit mit Lebensmittel einkaufen und Sonnen am Straßenrand vertrieben, kam nur eine einzige Möglichkeit in Frage und zwar, das eigentlich „nicht mehr nutzbare Fahrzeug“ zu nehmen und sich die Schlafmöglichkeit zu dritt statt zu zweit zu teilen. Für den Fall der Fälle wurden uns noch zwei Zelte eingepackt, falls es zu dritt doch zu eng werden sollte und kurz darauf konnte unsere Reise durch den Australischen Herbst endlich beginnen.
Als erstes Ziel nahmen wir uns die schönste Küstenstraße Australiens vor, die Great Ocean Road.
Ein auf und ab die hügelige Landschaft hinauf, von wo aus wir die schönsten Ausblicke auf den endlos weiten Ozean hatten, an deren Buchten Delphine planschten. Vorbei an Eukalyptus Wäldern, in deren Baumspitzen die niedlichen Koala Bären hockten und genüsslich an den Blättern kauten.
Die Chancen sie im hellwachen Zustand zu erleben, stehen bei 20 Stunden Schlaf die sie brauchen nur sehr gering, doch scheinbar hatten wir gerade den richtigen Zeitpunkt erwischt, denn so aktiv haben wir sie noch nie zuvor gesehen. Sie kletterten von Ast zu Ast und liefen teilweise sogar über die Straße, um auf einen anderen Baum zu klettern. Eine ganze Zeitlang verbrachten wir damit die niedlichen Wesen zu beobachten, bevor wir wieder aufbrachen, um zeitig einen Schlafplatz zu finden. In Apollo Bay beendeten wir den sehenswerten Tag mit einem lecker BBQ und einem gemütlichen Abend bei Tee trinken, quatschen und ganz viel lachen. Da die Nächte sehr kühl wurden, beschlossen unsere Gäste zu dritt im Auto zu schlafen, um es wenigstens mal eine Nacht  auszuprobieren, ob es zu dritt überhaupt möglich war. Nachdem die für Jedermann optimale Schlafposition gefunden wurde, wünschten wir uns eine gute Nacht und hofften sehr, dass die drei einen halbwegs guten Schlaf bekommen würden.
Am nächsten Morgen, wurden wir zur großen Überraschung von rundum zufriedenen Gesichtern begrüßt, die scheinbar gut geschlafen haben, worüber wir sehr erleichtert waren. Voller Energie konnte der neue Tag nach einer ausgiebigen Dusche beginnen. Das Frühstück unter freiem Himmel mussten wir leider abbrechen, bevor uns die dicke schwarze Wolke erreicht hätte, also wurde im Jucy Camper gegessen und nur wenig später waren wir schon auf den Straßen Australiens wieder zu finden. Nach und nach erreichten wir all die Sehenswürdigkeiten die es entlang der Strecke zu besichtigen gab und genossen trotz des bewölkten Himmels die wunderschönen Dinge die wir hier in der freien Natur zu sehen bekamen. Obwohl die Strecke für Viktor und mich nicht fremd war, mussten wir dennoch feststellen, dass wir jedes Mal was ganz Anderes erlebten und teilweise Dinge sahen, die uns vorher gar nicht aufgefallen waren. Sicherlich kann es an den unterschiedlichen Wetterlagen und Jahreszeiten liegen, die der Strecke immer wieder einen interessanten und vielfältigen Charakter verschaffen. Zum aller ersten Mal haben wir es geschafft, die komplette Küstenstraße hinunter zu fahren und vollständig zu sehen.
In den nächsten drei Tagen fuhren wir über das Landesinnere Richtung Grampians. Die bis zu 1000 m hohen, zerklüfteten Berge ragen 260 km westlich von Melbourne aus dem grünen Weideland auf und bieten rundherum eine wunderschöne Natur. Emus und diverse Vogelarten konnten wir hier beobachten und dabei das recht warm herbstliche Wetter genießen.
In Ballarat, einer alten Goldgräberstadt und einer Art lebendigem Museum, machten wir unseren nächsten Stopp. Hier begann im Jahre 1851 der australische Goldrausch und einige der größten Goldnuggets der Welt wurden hier gefunden. Die alte Stadt, inklusive Bäckereien, Pubs, Mienentunnel und einer kleinen Schule gibt es heute noch. Damen in schicken Reifröcken, Postkutschen die die Straßen auf und ab fahren, gaben uns echt für einen Moment das Gefühl am Anfang des 18.ten Jahrhunderts zu leben.
Zurück in Melbourne hatten wir gerade mal paar Stunden Zeit, um zu duschen und was zu essen, denn in wenigen Stunden würde uns die Fähre nach Tasmanien rüber Schiffen, die wir auf keinen Fall verpassen wollten, aber davon erzählen wir euch das nächste Mal mehr…

Also bis in ein paar Tagen...

Mittwoch, 1. Juni 2011

Canberra, die Hauptstadt Australiens

Während der Rückfahrt aus dem Outback, beschlossen wir unserer Tour den letzten Schliff zu geben, indem wir zwar einen Umweg in Kauf nehmen mussten, dafür aber die Hauptstadt Canberra zu Gesicht bekommen würden. Von Adelaide aus wählten wir die kürzeste Strecke, die uns 1183 km später über das Landesinnere direkt bis nach Canberra führte.
Da wären wir also in der Hauptstadt angekommen, anders als alle anderen Großstädte die direkt am Wasser gelegen sind, liegt Canberra im Nichts. Wo man hinsieht, sind Wiesen, Wälder und Gebirge zu sehen und inmitten des Ganzen die kleine Hauptstadt, umgeben von unendlicher Weite der Natur!
Dies ist das Ergebnis nachdem sich Sydney und Melbourne nicht einigen konnten, wer den Status der Hauptstadt erhalten sollte, also wurde sie im Anfang des letzten Jahrhunderts einfach ins Nirgendwo gebaut und hat durch ihr geometrisches Design was ganz Spezielles an sich.
Das teuerste Gebäude Australiens, das Parlament Gebäude ist für Jedermann kostenlosen zugänglich, sowie auch viele Museen in denen man über Kultur und Lebensweise genauere Einblicke bekommt. Diese Angebote nutzten wir natürlich und verbrachten einige Stunden damit, durch das prachtvolle Parlament House zu schlendern und sich im Kultur Museum umzusehen. Während wir so ganz gemütlich durch die Stadt und Parks spazierten, wurde uns schlagartig klar, dass sich der Herbst nun endgültig durchgesetzt hat. Nackte Bäume, deren bunte Blätter um uns rum wirbelten und sich schließlich auf den Boden niederließen, vermittelten uns das unerwartete Gefühl der wechselnden Jahreszeit. Der Herbst ist da, wie seltsam wenn man es gar nicht wirklich mitbekommt, da es bisher so schön warm und sonnig war und dann plötzlich einem die Augen aufgetan werden, als sei es eine Überraschung. Also genossen wir den wunderschönen Herbsttag und den Anblick auf das Treiben der bunten Blätter, die durch Menschenleere Straßen fegten, bevor wir uns vom Stadtleben verabschiedeten und unseren Trip fortsetzten.


Entlang der Great Alpine Road, bekannt für die Australischen Alpen, machten wir uns wieder auf den Weg zurück in den Süden. Eine wunderschöne Strecke mit ganz tollen Aussichten auf das Gebirge, wo in wenigen Wochen schon der erste Schnee liegen könnte. Der einzige Ort in Australien wo es überhaupt schneit, was eigentlich total unvorstellbar ist. Vorbei an den Schneekanonen und Sesselliften die schon startklar für die Saison stehen, fuhren wir bis nach Bairnsdale  hinunter.
Von dort aus ging es weiter Richtung Melbourne, wo wir in wenigen Tagen unseren letzten Besuch aus Deutschland erwarteten.